Wenn die Katastrophe kommt

Katastrophe

Als sich 2021 die Flutkatastrophe in Ahrtal ereignet hat, machte ich mich mit einem Pastor der Augsburger FeG auf den Weg, um dort zu behilflich zu sein. Die FeG Rheinbach hat die Hilfseinsätze organisiert und koordiniert.
Wir haben den Schlamm aus den Häusern rausgeholt, Fliesen und Estrich abgeschlagen. Am Ende des Tages spürten wir unsere Muskeln, aber auch eine Freude, etwas getan zu haben, was den Menschen in der Not geholfen hat.
Viel faszinierender fand ich den Teamgeist unter den Helfern. Wir waren viele Leute aus unterschiedlichen Ecken Deutschlands, aber als wir mit der Arbeit im Haus begonnen haben, hat alles ohne Führer total harmonisch funktioniert. Jeder wusste ab sofort, was er zu tun hatte. Es lief wie in einem Orchester. Auf dem Rückweg fragte mich der Pastor, mit dem ich unterwegs war, warum das so in unseren Gemeinden nicht funktioniert. Warum muss man den Mitgliedern hinterherrennen, um sie für irgendwelchen Aufgaben zu begeistern?
Nun, wie man schon sagt: “Die Not verbindet.” In den Gemeinden sieht man aber oft keine Not, weil die meisten Geschwister sie gut hinter einer frommen Maske verstecken. Eine bekannte Trauma Therapeutin von mir hat ganz viele Christen in ihrer Behandlung, die in tiefster Not stecken. In der Gemeinde will niemand als “schwacher Christ” auffallen, weil die anderen denken würden, er hätte keinen Glauben. Die Bibel sagt aber, dass Gott in den Schwachen mächtig ist. Deswegen sollte es mit der Heuchelei Schluss sein, damit jeder aus seiner Not befreit werden kann.
Wenn wir uns als Kinder Gottes für etwas gemeinsam einsetzen, dann ist das nicht nur ein schönes Gefühl, sondern Gott wirkt direkt durch unsere Arbeit. In Ahrtal haben viele Opfer der Katastrophe neue Hoffnung durch gläubige Helfer bekommen, die sie immer noch trägt.
Ich würde jedem Christen raten, mindestens einmal im Leben als Helfer im Katastrophengebiet unterwegs zu sein. Diese Erfahrung ist sehr prägend und macht sensibel für den Umgang mit Menschen in der Not.

 

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